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26.9.2017 : 13:07 : +0200

Christliche Symbole

Beschreibung der Symbolik vom Logo des Kapellenpilgerweges

von Norbert Unkrich, Pfarrer i.R.Bad Bergzabern

Es gibt in unserer Welt unzählig viele Erfindungen, Erneuerungen und Errungenschaften, die unser tägliches Leben grundlegend verändert, ja revolutioniert haben.

Es ist unbestritten, dass dadurch für uns vieles verständlicher wird. Was den Menschen über Jahrhunderte in Angst und Schrecken versetzt hatte, weil Rätsel entschlüsselt oder neue, andere Wege in Angriff genommen wurden.

Auch kirchliche oder theologische Mysterien und Geheimnisse werden im Laufe der Zeit zunehmend entmythologisiert oder angeblich aufgedeckt.

All diese positiven wissenschaftlichen Fortschritte haben allerdings oft auch entsprechende negative Begleiterscheinungen – und eine davon ist der Verlust unseres Verständnisses von SYMBOLEN. Unser Denken und unsere Sprache haben viel Bildhaftigkeit verloren.

So konnten z.B. die meisten Menschen des Mittelalters zwar weder lesen, noch schreiben, aber sie verstanden die Hintergründe von Symbolen – im Gegensatz von uns sogenannten aufgeklärten und gebildeten Menschen des 21. Jahrhunderts. Meistens sind wir Menschen von heute – biblisch gesprochen – Analphabeten, wenn es um Verständnis und Gebrauch von Symbolen geht.

So werden wir hier im Bad Bergzaberner Land gegenwärtig von einer Erfahrung erschüttert, die seinesgleichen suchen kann!

Da macht sich eine menschliche – oder auch mehrere – Kreatur/en die Mühe, die Markierungsaufkleber des Kapellenpilgerweges (die haben übrigens viel Geld gekostet!!) in mühevoller Kleinarbeit mit einem Lösungsmittel unbrauchbar zu verunstalten, oder schrauben die fachmännisch angebrachten Wegweiser einfach ab! Wird das aus Angst, eine „sektiererische Gruppe“ könnte sich hier einnisten, oder was auch immer, getan? Was gibt es doch für „arme Geister“ in unserer so schönen, spannenden Welt.

Daher ist es mir als Ideengeber, Konzeptschreiber und Projektleiter ein dringendes Bedürfnis den Symbolcharakter der Hinweisschilder -Kapellenpilgerweg – näher zu beschreiben. Denn diese abgedruckten und bewusst gewählten Symbole sind nicht nur Teile eines bunten Bildes, sondern sie haben eine jeweils für sich tiefe Bedeutung.

Aber nun zu den einzelnen Symbolen selbst:

Die Raute:

fotografiert aus einem kleinen Rohdiamanten, der in seiner Farbgebung, seinen Schattierungen und versteckten Mustern allein schon tiefe Aussagekraft in sich birgt. Der Rohdiamant versinnbildlicht die gebündelte Kraft der Schöpfung, die Bündelung der Urgewalten von Materie. Dieser Stein hat uns bei der LOGO-Suche nicht mehr losgelassen, hat uns bei der Vorbereitung in seinen Bann gezogen. Er bot die ideale Vorlage für unser LOGO!

Der Regenbogen:    

ist eines der ältesten Symbole der drei großen Religionen – dem Judentum, dem Islam und dem Christentum, der im Alten und im Neuen Testament und im Koran immer wieder aufstrahlt. Die theologische Dimension dieses Symbols sei kurz beschrieben. Im Schöpfungsbericht erscheint er als Zeichen der Versöhnung Gottes mit seinem Volk: Gott verspricht, nie mehr eine alles vernichtende Sintflut über seine Schöpfung zu schicken und den Wechsel von Tag und Nacht, der Gezeiten Sommer und Winter und den Ablauf von Saat und Ernte zu gewährleisten. So hat der Regenbogen den Botschaftscharakter der Verheißung, und zwar einer doppelten Verheißung: der Verheißung der bleibenden Bundestreue Gottes mit seinem Volk – und der Verheißung der Schaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde.

Die drei Grundfarben Blau / Rot / Grün deuten in ihrer Zahlensymbolik auf die Dreieinigkeit und mit ihren Farben auf Jesus Christus. Blau steht für die himmlische Herkunft Jesu Christi, Rot für seinen Opfertod und Grün für das Wirken Jesu auf Erden. Die tiefe Symbolik der sieben Farben des Regenbogens verweisen auf die Gabe des Heiligen Geistes, die schon Jesaja nennt, und somit wieder ein Hinweis auf den Sohn Gottes:

der Geist der Weisheit und des Verstandes,

der Geist des Rates und der Stärke,

der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.

Im Laufe der Kirchengeschichte wurde eine 7. Gabe des Hlg. Geistes hinzugefügt.

Bild vom Kreuz / Evang. Kirche St.Johannes / Wissenbourg :

Grundsätzliches: Kreuz, von lateinisch CRUX, „Marterholz“.

Das Kreuz mit gleich langen Balken war schon im Neolithikum bekannt. Es wird angenommen, dass es als Symbol für die Himmelsrichtungen und die Sonne diente. Im Altertum, speziell bei den Babyloniern und Hethitern, galt das Kreuz als Glücks- sowie Himmelssymbol und wurde mit oder ohne Sonnenscheibe dargestellt. Seit der Regierungszeit des römischen Kaisers Konstantin d. Gr. (324 – 337 n. Chr.) ist das Kreuz das am häufigsten gestaltete Objekt in der christlichen Kunst, seit dem 6. Jahrh. Meist in der Form des Kruzifixes. Die im westlichen Kulturkreis allgemein übliche Form ist das so genannte „lateinische Kreuz“.

Das Kreuz, das wir in unser LOGO mit aufgenommen haben, hat einen ganz engen Bezug zur Konzeption des www.kapellenpilgerweg.de als grenzüberschreitendes Konzept (in Zusammenarbeit mit PAMINA)

Dieses Kreuz steht am Altar in der L`eglise Saint – Jean (Johanniskirche) in Wissembourg. Die Johanniskirche war für mich der Ort der Inspiration, der Ort an dem ich neue Kraft schöpfen konnte! Dieses besondere Kreuz spielt dabei eine maßgebliche Rolle bei der Entstehung der Idee zu diesem Pilgerweg in der Region PAMINA. Es gab mir Hoffnung und machte mir wieder Mut, schenkte mir Vertrauen und Geborgenheit. Das Kreuz gab mir das Gefühl, als wolle es mich umarmen. Dieses ausdrucksstarke Altarkreuz ist das künstlerische Werk von Gerard Lardar aus Strassbourg. An diesem Kreuz ist nichts in geraden Linien gezeichnet. Das verbogene in sich gedrehte Metall erinnert an Eisenträger bombardierter Häuser, die gedrehten Kreuzesarme lassen einen segnenden Christus ahnen.

So stellt dieses Logo in seiner Gesamtansicht dem Betrachter eine Fülle von Symbolen vor und gibt ihm die Chance über jedes dieser Symbole (Raute / Regenbogen / Kreuz ) seine eigene Suche zu definieren und sich auf den Weg zu machen! 

Norbert Unkrich, Pfarrer i.R.