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23.11.2017 : 2:37 : +0100

Ean-Arbeitskreis „Familie und Gesellschaft“ auf dem Pilgerpfad

Es hat schon Tradition, dass unser Arbeitskreis am letzten Wochenende in den großen Ferien die Wanderstiefel schnürt. Am 11. September 2011 fand die Pilgerwanderung vom letzten Jahr ihre Fortsetzung.

Pfarrer i. R. Norbert Unkrich empfing uns am Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach und führte uns bei bestem Wetter zu einem lauschigen Lokal in den Weinbergen — für eine kurze Andacht im Freien der richtige Zeitpunkt und der richtige Ort. Nach einigen Pilgermetern befanden wir uns auf französischem Boden und –was es doch alles gibt- trotzdem in deutschen Weinbergen. Pfarrer Unkrich erklärte uns, dass die Pfälzer Winzer nach dem 2. Weltkrieg ihre eigenen Weinberge zurückkaufen mussten. Ob das heute noch von großer Bedeutung ist, lässt sich nicht beurteilen. Jedenfalls hatten wir es nicht gemerkt, als wir uns plötzlich im Elsass befanden; die Vögel zwitscherten in einer uns vertrauten Sprache. Apropos Sprache: Pfarrer Unkrich hatte uns nahe gelegt, für eine befristete Zeit auf Unterhaltung zu verzichten; für kommunikative Ean-ler eine übermenschliche Anstrengung.

Bei einem Imbiss auf dem Wall des Stadtgrabens von Wissembourg hatten wir einen schönen Blick auf die Evang. Kirche St. Johann, wo der Reformator Martin Bucer (1491-1551) gewirkt hatte. Beim anschließenden Rundgang durch die Altstadt warfen wir jeweils einen kurzen Blick in die gotischen Kirchen Saint Jean und Saints-Pierre-et Paul und ließen uns vom Flair der kleinen elsässischen Stadt an der Lauter verzaubern.

Dunkle Wolken veranlassten uns -früher als beabsichtigt- den Rückweg anzutreten. Ein kurzer informativer Halt noch bei der ehemaligen Synagoge Weißenburgs, ein nicht allzu beschwerlicher Anstieg, und schon näherten wir uns der Grenzlandkapelle. Diese wurde von einem Ehepaar auf ihrem Grundstück mit eigenen Händen erbaut und steht jedem Wanderer offen; sogar Taufen haben hier schon stattgefunden.

Pfarrer Unkrich beendete den Pilgerweg im Beisein des nun schon betagten Ehepaares mit einer kleinen Andacht. Beindruckt von der ungebrochenen Bereitschaft der beiden, die Kapelle immer weiter auszubauen, gingen wir noch die paar Schritte zum Weinlokal „Zum alten Zollberg“. Einer der Teilnehmer traf allerdings etwas später ein, weil er seinem persönlichen „Gutsele“ des Tages begegnet war. Eine alte Isetta spielte dabei eine Rolle.

Nicht lange danach brach ein Gewittersturm los, der uns auch im Lokal drinnen noch innerlich das Genick einziehen ließ. Aber mit gutem Essen und Trinken hält man so Manches aus.

Unser Dank geht an Pfarrer Unkrich für die Vorbereitung und Durchführung der Pilgerwanderung uff pfälzisch‘ Art.

Wilhelm Rojek